Im Gerichtssaal sollen Urteile auf Grundlage von Fakten und Beweisen gefällt werden, unabhängig von Emotionen. Doch gelingt es der Justiz wirklich, menschliche Gefühle auszublenden?
Terry Maroney blickt hinter die Fassade der juristischen Nüchternheit. Sie zeigt, wie Stress, Zufriedenheit und der Umgang mit Emotionen darüber entscheiden, ob Verfahren als gerecht empfunden werden – und was das über uns alle verrät.
Dem Vortrag folgt eine Diskussion mit Jonas Bens, Heisenberg-Professor für Ethnologie an der Universität Hamburg, und Prof. Dr. Anne Peters, Direktorin am MPIL Heidelberg.
Die Referentin, Terry A. Maroney, ist Professorin für Rechtswissenschaften, Medizin, Gesundheit und Gesellschaft an der Vanderbilt University in Tennessee, USA, mit den Schwerpunkten Fehlurteile und Jugendstrafrecht.
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Die derzeitige internationale Ordnung befindet sich in Aufruhr. Der Widerstand gegen Verstöße gegen das Völkerrecht ist schwach, nicht zuletzt aufgrund der weit verbreiteten Missachtung des Rechts. Gleichzeitig nehmen der Einsatz und die Manipulation von Emotionen durch politische Entscheidungsträger ebenso zu wie ihre Angriffe auf das Völkerrecht. Diese Untergrabung betrifft insbesondere das Streben nach einem Recht, das nicht nur weltweit angewendet wird, sondern auch von allen Bevölkerungsgruppen geteilt wird und in diesem Sinne „universell” ist.
Die Konferenz "International Law and Emotions: Recovering Universality?" möchte untersuchen, wie, durch wen und welche Emotionen zur aktuellen Erosion der Wirksamkeit und Glaubwürdigkeit des Völkerrechts beitragen. Wie wird die Konstruktion von Emotionen über Zeit, Ort und Kultur hinweg geprägt? Können wir Emotionen identifizieren, die zur Stärkung oder Schwächung des Universalitätsanspruchs des Völkerrechts beitragen?
Diese Fragen werden mit Referenten und Teilnehmern aus den Bereichen Rechtswissenschaften, Psychologie, Anthropologie, Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichte, Literaturwissenschaft und Computerlinguistik diskutiert.
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Der Vortrag gliedert sich in die Reihe "Und jetzt? – Wie Deutschland und Europa handlungsfähig bleiben" ein.
In einer Zeit, in der die Demokratie als Staats- und Gesellschaftsform weltweit bedroht wird, bietet Julian Nida-Rümelin Orientierung. Er setzt sich mit populären Missverständnissen über Demokratie auseinander – und kritisiert die verschiedenen Spielarten des Populismus, von rechts wie von links. Sein Appell ist klar: Demokratie gehört zu den höchsten Gütern unserer Kultur – doch sie muss verteidigt werden. Nachgiebigkeit stärkt nur jene, die liberale Offenheit und kulturelle Toleranz verachten. Nida-Rümelin bezieht sich auf große Philosophen – Aristoteles, Hobbes, Kant – und zeigt, was wir heute aus ihren Einsichten lernen können.
Der Referent, Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin war Kulturstaatsminister und Lehrstuhlinhaber für Philosophie und politische Theorie an der LMU München. Aktuell ist er Honorarprofessor an der Humboldt-Universität und Gründungsrektor der Humanistischen Hochschule Berlin.
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Das Projekt der Max-Planck-Law-Fellow-Gruppe zu Fairness und Völkerrecht möchte Möglichkeiten und Grenzen zur Bewältigung sich in diesem Kontext stellender Herausforderungen untersuchen. Interessierte NachwuchswissenschaftlerInnen sind herzlich eingeladen, an einem Workshop teilzunehmen und die räumlichen und zeitlichen Dimensionen von Fairness in ausgewählten Bereichen des internationalen Rechts zu analysieren.
Die dreitägige Grundveranstaltung findet vom 10. bis 12. Mai 2026 in Kiel statt.
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